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Gemeindeverwaltung Lindau

Tagelswangerstrasse 2
8315 Lindau

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Inhalt

Lindau-Krimi

Mörderkuss für Julius

Sind Sie Krimi-Liebhaberin oder Krimi-Liebhaber und wollten Sie schon immer einen Krimi lesen, in dem Sie alle Schauplätze kennen? Dann geht Ihr Wunsch jetzt in Erfüllung.

Autor Andreas Giger hat sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert, Krimis mit Lokalkolorit zu schreiben. Er erhält dazu Aufträge von Gemeinden, von Firmen oder von Tourismusregionen. Im Auftrag der Gemeinde Lindau schreibt nun Andreas Giger einen Krimi, der hauptsächlich in unserer Gemeinde spielt. Sie werden sicher viele Schauplätze wiedererkennen.

Der Krimi wird vorerst nur auf der Webseite der Gemeinde Lindau publiziert, jede Woche ein Kapitel. Besonders ist auch, dass Sie als Leserpublikum den Verlauf der Geschichte mitbestimmen können. Nach bestimmten Kapiteln können Sie jeweils über den weiteren Verlauf abstimmen. Der Autor schreibt entsprechend dem Resultat an die Geschichte weiter. Das jeweils aktuelle Kapitel wird als Text auf der Webseite publiziert. Die vorgängigen Kapitel werden als pdf-Datei aufgeschaltet (ganz nach unten scrollen). 

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Aktuelles Kapitel

Ratlos wegen zweier unaufgeklärter Morde auf dem Gebiet der Gemeinde Lindau kehren Katrin und Oliver in ihr Hotel zurück.

Folge 13: Entsorgt

       Am nächsten Vormittag wollte Katrin Oliver den Ortsteil Tagelswangen zeigen. Sie nahmen zu diesem Zweck den Bus von Effretikon bis zur Haltestelle Tagelswangen Dorf.

     Oliver erkannte das Café, in dem sie mit Ursula, der Kommissarin aus Effretikon, gesessen hatten, und Katrin lobte ihn, indem sie sagte, er begänne wohl, sich allmählich orientieren zu können, und das sei doch ein gutes Zeichen dafür, dass er langsam in Lindau angekommen sei.

     Oliver nahm das Lob schmunzelnd entgegen, sagte dann aber: »Und da sollen wir jetzt spazieren gehen, dieser Hauptstrasse entlang? Unter frischer Luft habe ich mir etwas anderes vorgestellt.«

     »Nein, nein«, beruhigte Katrin, »wir werden gleich in ruhigere Gefilde abbiegen. Diese Strasse ist natürlich nicht besonders attraktiv. Dabei haben wir noch Glück, dass wir heute hier sind und nicht zum Beispiel vor sechzig Jahren.«

     »Wieso das?«, wollte Oliver wissen.

     »Damals«, gab Katrin Auskunft, »war genau diese Strasse Bestandteil der Hauptachse durch die Schweiz vom Bodensee bis zum Genfersee. Entsprechen viel Verkehr wälzte sich hier durch. Und weil es damals innerorts noch nicht einmal eine Geschwindigkeitsbegrenzung gab, häuften sich die Unfälle. Manchmal kam es auch zu unliebsamen Begegnungen zwischen Fahrzeugen und Viehherden, die über die Strasse getrieben werden mussten.«

     »Gab es denn keine Autobahn?«, wunderte sich Oliver. »Ich erinnere mich doch, dass wir eben unter einer solchen durchgefahren sind. «

     »Richtig beobachtet«, sagte Katrin, »aber diese Autobahn wurde eben erst in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut. Heute ist die A1 eine der wichtigsten Achsen des mittlerweile dichten Autobahnnetzes der Schweiz.«

     »Ja, ja, die Schweizer«, frotzelte Oliver. »Immer reichlich spät dran, aber dann gründlich.«

     »Wir hatten zum Glück eben kein Drittes Reich, das diese Autobahn sicher viel früher gebaut hätte«, gab Katrin zurück.

     »Dieser Punkt geht an dich«, gestand Oliver ein. »Aber noch etwas anderes, wenn wir schon bei Deutschland und der Schweiz sind: Gibt es eigentlich Verwechslungen zwischen diesem Lindau hier und der deutschen Stadt Lindau am Bodensee?«

     »Offenbar schon. Ich habe mir erzählen lassen, dass gerade auf dieser Strasse immer mal wieder Autofahrer gestrandet sind, die eigentlich ins ungleich grössere Lindau wollten, aber hier gelandet sind. Soll trotz Navis immer noch gelegentlich vorkommen.«

     Mittlerweile hatte Katrin den Weg entlang der Alten Schulstrasse eingeschlagen. Bald hatten sie den Punkt erreicht, der den Namen dieser Strasse erklärte. Neben einer Scheune stand ein dreistöckiges Haus, auf dessen Dach ein ziemlich unproportioniert grosser Turm thronte. Katrin erläuterte, es handle sich um das alte Schulhaus von Tagelswangen, das später als Kindergarten diente.

     Sie gingen, jetzt schon am Rand von Tagelswangen angelangt, einem ungepflasterten Fussweg entlang und scheuchten dabei ein paar Hühner auf. Gemäss dem Ortsplan, den Katrin wie immer auch jetzt dabei hatte, kamen sie zur Büelächerstrasse. Der Blick konnte jetzt frei über ein Stück unbebautes Land schweifen, leicht gewellt, mit Äckern. Im Süden wurde diese Fläche von Autobahn und Bahnlinie begrenzt, im Westen von einem Wald.

Aussicht Natur

 

     Noch während sie den Ausblick in eine offene Weite genossen, klingelte Katrins Handy. Sie sah, dass der Anruf von Kommissarin Müller kam, und stellte den Lautsprecher ein, damit Oliver mithören konnte.

     »Hier ist Ursula. Wo seid ihr denn gerade?«

     »Am Rande von Tagelswangen«, gab Katrin Auskunft. »Wieso? Ist was passiert? Du klingst so aufgeregt.«

     »Kein Wunder«, seufzte die Kommissarin. »Es gibt nämlich eine dritte Leiche in Lindau.«

     »Was?«, entfuhr es Katrin. »Wo denn, und wer hat sie gefunden?«

     »Ganz in eurer Nähe. Du hast vielleicht mal beim Vorbeifahren mit dem Bus das Gebäude von Recycling Lindau gesehen. Es befindet sich am Rand von Tagelswangen, dort wo man von der Hauptstrasse aus rechts abbiegt. Die genaue Adresse lautet Grundacherstrasse 21.«

     »Und dort wurde eine Leiche gefunden?«, staunte Katrin ungläubig.

     »Ja«, lautete Ursulas Antwort. »Sie lag etwas versteckt unter einem Gebüsch, weshalb sie auch erst mit einiger Verspätung gefunden wurde. Ein Angestellter hat sie entdeckt, als er für eine Rauchpause das Gebäude der Firma verlassen hat und nach draussen gegangen ist.«

     »Gottseidank!«, entfuhr es Oliver so laut, dass die Kommissarin am anderen Ende der Leitung es mitbekam. Er realisierte seinen Fauxpas sofort, ergriff Katrins Handy und erklärte. »Entschuldigung. Ich bin natürlich nicht froh über diesen weiteren Leichenfund. Aber ich bin sehr erleichtert darüber, dass diesmal nicht Katrin und ich über eine Leiche gestolpert sind. So langsam hätte uns das nämlich verdächtig gemacht.« Danach überliess er wieder Katrin das Handy und die Fortsetzung des Gesprächs mit Ursula.

     »Da könntest du sogar Recht haben«, bemerkte die Kommissarin mit einem kaum zu überhörenden Schmunzeln in der Stimme. »Aber wieder ernsthaft. Ich dachte, vielleicht wollt ihr euch den Tatort ansehen. Immerhin seid ihr ja mittlerweile ziemlich verstrickt in diese unheimliche Mordserie in Lindau.«

          »Steht es denn fest, dass es sich auch hier um Mord handelt?«, wollte Oliver wissen.

     »Leider ja«, gab Ursula Müller Auskunft. »Der Mann wurde erschossen. Aus nächster Nähe. Vermutlich mit einer kleinkalibrigen Pistole. Und der Fundort ist übrigens identisch mit dem Tatort. Um diese Frage auch gleich zu beantworten: Tatzeit war gestern irgendwann am späteren Abend. Also: Wollt ihr nun vorbeikommen und euch den Tatort ansehen?«

     Katrin sah Oliver fragend an, und als dieser bejahend nickte, sagte sie: »Ja, wir kommen. Wir sollten so ungefähr in zehn Minuten da sein.«

    »Gut«, schloss Ursula das Gespräch. »Ich lasse dann so lange alles unverändert. Es gibt da nämlich eine Merkwürdigkeit an der Leiche, die ihr euch unbedingt ansehen müsst. Bis gleich also.«

     Auf dem kurzen Fussweg konnte Oliver es nicht lassen, auf seinem Smartphone kurz nach Lindau Recycling zu googeln. Bald wusste er zu berichten: »Aha, das ist ja interessant. Eine private Firma organsiert im Auftrag der Gemeinde die Entsorgung von speziellen Abfällen. Die Anlage dafür ist offenbar ganz neu. Und ich habe gesehen, dass es im Zusammenhang mit der Müllentsorgung auch spezielle Anlässe gibt, etwa einen Bring- und Holtag oder die Mitwirkung an einem nationalen „Clean Up Day“.«

     »Na, dann sehen wir wenigstens eine Einrichtung, die uns als Touristen unter normalen Umständen wohl verborgen geblieben wäre«, kommentierte Katrin. »Aber merkwürdig ist es schon, dass ein Mordopfer ausgerechnet an einem Ort gefunden wird, der der Entsorgung dient. Makabrer geht es wohl kaum. Obwohl natürlich auch die Entsorgung einer Leiche im Ausstellungssarg eines Bestattungsunternehmens von einem mehr als schwarzen Humor zeugt. Ich bin ja mal sehr gespannt darauf, was uns gleich erwartet.«

         Was erfahren die beiden über den dritten Mord in Lindau? In einer Woche erfahren Sie mehr.

  

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