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Gemeindeverwaltung Lindau

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Inhalt

Lindau-Krimi

Mörderkuss für Julius

Sind Sie Krimi-Liebhaberin oder Krimi-Liebhaber und wollten Sie schon immer einen Krimi lesen, in dem Sie alle Schauplätze kennen? Dann geht Ihr Wunsch jetzt in Erfüllung.

Autor Andreas Giger hat sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert, Krimis mit Lokalkolorit zu schreiben. Er erhält dazu Aufträge von Gemeinden, von Firmen oder von Tourismusregionen. Im Auftrag der Gemeinde Lindau schreibt nun Andreas Giger einen Krimi, der hauptsächlich in unserer Gemeinde spielt. Sie werden sicher viele Schauplätze wiedererkennen.

Der Krimi wird vorerst nur auf der Webseite der Gemeinde Lindau publiziert, jede Woche ein Kapitel. Besonders ist auch, dass Sie als Leserpublikum den Verlauf der Geschichte mitbestimmen können. Nach bestimmten Kapiteln können Sie jeweils über den weiteren Verlauf abstimmen. Der Autor schreibt entsprechend dem Resultat an die Geschichte weiter. Das jeweils aktuelle Kapitel wird als Text auf der Webseite publiziert. Die vorgängigen Kapitel werden als pdf-Datei aufgeschaltet (ganz nach unten scrollen). 

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
 

Aktuelles Kapitel

Was bisher geschah: Katrin Neuer und Oliver Vonlanthen, Amateurermittler, und Kriminalkommissarin Ursula Müller, sind bei ihren Ermittlungen im Fall des Mordes an der Edelprostituierten Simone Wassermann an einem toten Punkt angelangt.

 

Folge 7: Gelungener Start

     Diesmal machte Julius Le Bon auf seinem Weg zum Grabmal seines Urgrossvaters Julius Maggi einen Umweg über die Kirche. Er war alles andere als ein gläubiger Mensch, doch manchmal genoss er das Innere einer jahrhundertealten Kirche und die darin gespeicherten Schwingungen der Gläubigen aus vielen Generationen.

     Da in seiner Forschung über Künstliche Intelligenz der Begriff Zufall eine nicht unwesentliche Rolle spielte, liebte er es auch, diesen gelegentlich ganz bewusst spielen zu lassen. Zum Beispiel, indem er nachschaute, welche Seite aus der Bibel, die in jeder Kirche prominent zu finden ist, zufällig an diesem Tag aufgeschlagen war. So machte er es auch jetzt. Er las einen Moment, dann überzog ein teuflisches Grinsen seine Züge.

Psalm

     Da war doch eindeutig von ihm die Rede. Für einen Moment fühlte er sich als Teil einer höheren Macht. Der Macht des Bösen, die Jahrhunderte, ja Jahrtausende langes Beten und Flehen nicht hatte von der Erde vertreiben können.

     So innerlich gestärkt trat Julius Le Bon vor das Grabmal seines Vorfahren Julius Maggi und richtete seine unhörbare Rede an diesen:

     »Ja, lieber Namensvetter Julius, da bin ich wieder. Ich habe beim letzten Mal versprochen dir zu beweisen, dass ich über eine höchstentwickelte Intelligenz verfüge. So wie du. Nur hast du mir alle Möglichkeiten genommen, diese auf der lichten Seite des Lebens zu zeigen, so wie du es meistens konntest. Es blieb mir gar nichts anderes übrig, als meine Intelligenz auf der dunklen Seite einzusetzen. Indem ich ein perfektes Verbrechen begehe. Eines, das nie aufgeklärt werden wird. Eines, bei dem nie jemand auf den Täter, also auf mich, kommen wird.

     Das habe ich nun getan. Einen Moment lang habe ich daran gedacht, meine Fähigkeiten bei einem leichteren Verbrechen einzusetzen. Bei einem Kunstraub oder so. Doch dann habe ich eingesehen, dass nur ein einziges Verbrechen meiner würdig ist. Das schlimmste. Also ein Mord.

     Ich habe mich natürlich wie immer zunächst gründlich sachkundig gemacht. Dabei habe ich herausgefunden, dass Morde an Prosituierten besonders schwer aufzuklären sind. Zu viele in Frage kommende Täter, und zu viele Spuren. Deshalb habe ich eine Dame des horizontalen Gewerbes zum Opfer auserkoren.

     Um mein Niveau zu wahren, konnte das natürlich keine billige Bordsteinamsel sein. Nein, die käufliche Dame meiner Wahl musste schon in der obersten Klasse tätig sein. Mit entsprechend gehobenen Preisen. Und einer entsprechend gehobenen Klientel.

     Beim Studium einschlägiger Kleinanzeigen in Blättern für die Elite habe ich bewusst schon ältere Ausgaben durchforstet. Wenn die Anzeigen nach einer gewissen Zeit aufhörten zu erscheinen, war das ein untrügliches Zeichen dafür, dass diese Dame es geschafft hatte. Stammkunden und so, nur noch persönliche Empfehlungen. Ich kann mir irgendwie vorstellen, dass du weisst, wovon ich rede.

     Wobei sich die Zeiten schon sehr geändert haben. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie leicht es geworden ist, fremde Telefongespräche zu belauschen. Bei dir galt eine Telefonleitung noch als abhörsicher. Übrigens: Die meisten Menschen können sich das auch heute nicht vorstellen. Natürlich braucht es zum Abhören technische Geräte. Und entsprechendes Fachwissen, das auf intelligente Weise eingesetzt wird. Über beides verfüge ich.

     Ich habe also diverse Telefongespräche abgehört, die diese Simone Wassermann mit ihren Kunden geführt hat, vorwiegend, um Termine abzusprechen. So konnte ich mir einen guten Überblick über ihre Lebensgewohnheiten und diejenigen ihrer Kunden verschaffen.

     Vor wenigen Tagen war es dann so weit. Ich wusste, dass sie an jenem Abend nur mit einem Freier verabredet war, den sie wie immer bei sich in ihrem luxuriösen Appartement empfangen wollte. Diesem Freier habe ich ein SMS geschickt. Es sah so aus, als käme es von dieser Wassermann. Ich schrieb darin in ihrem Namen, der heutige Termin müsse leider ausfallen, wegen Erkrankung der Hauptdarstellerin.

     Dann bin ich ihrer Wohnung gefahren, die übrigens in Effretikon gar nicht weit von meiner entfernt liegt. Ich habe geklingelt, und sie hat aufgemacht, ziemlich überrascht wirkend, weil da nicht der erwartete Kunde stand, sondern ein ihr fremder Mann.

     Ich habe ihr erklärt, Grüsse vom erwarteten Kunden ausrichten zu wollen. Dieser sei ein guter Freund von mir. Er sei leider verhindert und möchte ihr das möglichst diskret mitteilen. Deshalb habe er mich um diesen Dienst gebeten. Zugleich habe er die Qualitäten von Simone in den höchsten Tönen gerühmt und mir empfohlen, doch an diesem Abend an seiner Stelle ihre Dienste in Anspruch zu nehmen.

     Ich muss überzeugend gewirkt haben, denn sie hat mich reingelassen. Ihr das tödliche Quallengift in den Champagner zu schütten, den sie standesgemäss kredenzte, war ein Kinderspiel. Das Gift aus sicherer und diskreter Quelle im Internet zu beschaffen, war etwas schwieriger gewesen, doch letztlich für einen klugen Kerl wie mich auch kein Problem.

     Nachdem ich sämtliche Spuren gründlich beseitigt hatte, lud ich die kurz und schmerzlos Gestorbene in den Kofferraum meines Wagens, eingehüllt in ein Laken. Natürlich habe ich damit gewartet, bis ich sicher sein konnte, keine lästigen Zeugen zu haben. Ich denke, es war so halb vier Uhr nachts, als ich losfuhr.

     Natürlich hatte ich mir vorher ausführlich überlegt, wo ich die Leiche abladen wollte. Es ging mir bei der Wahl dieses Ortes darum, grösstmögliche Verwirrung zu stiften. Deshalb bin ich auf das Bestattungsunternehmen Traber gekommen. Das befindet sich ganz in der Nähe deines Grabmals.

     Meine Wahl wurde auch dadurch beeinflusst, dass der Sarg, in den ich die Tote schliesslich bettete, in Lindau stand. Ich gebe zu, es war ein kleiner Schönheitsfehler, ein Opfer aus Effretikon auszuwählen, wo ich doch angekündigt hatte, mein perfektes Verbrechen würde in Lindau stattfinden. Aber erstens grenzt Effretikon ja direkt an Lindau, und zweitens habe ich mit der Wahl des Fundorts den Bezug zu Lindau wieder hergestellt.

     Das Bestattungsinstitut auszuspionieren, war auch nicht schwierig. Ich habe mir eine Perücke mit strohblondem Haar aufgesetzt, wohl wissend, dass sich das Personal, falls überhaupt, nur daran erinnern würde und nicht an den Mann, der unter der Perücke steckte. Ich habe erklärt, ich würde mir gerne rechtzeitig ein Bild davon machen, in welchem Sarg ich eines Tages am liebsten liegen möchte, und dabei erfahren, dass ich mit diesem Begehren keineswegs allein war. Solche Besichtigungen gebe es immer wieder.

     Mein fachkundiger Blick hat bei dieser Inspektion schnell erkannt, dass das Zugangsschloss für mich leicht zu knacken sein würde. Es war nicht auf dem neuesten Stand, was ich durchaus verstehen konnte: Wer bricht schon in ein Bestattungsinstitut ein? Und wozu? Um einen Sarg zu klauen: eher nicht. Um dort eine Leiche in einen Ausstellungssarg zu legen: ganz sicher nicht.

     So habe ich die Tote, die übrigens ein zierliches Persönchen und entsprechend leicht zu tragen war, an ihren Bestimmungsort gebracht und bin unbemerkt wieder verschwunden. Die Polizei hat keinerlei Hinweise auf mich und tappt im Dunkeln. Wie gesagt: das perfekte Verbrechen.

     Nur eines stört mich: Das alles ging mir fast zu leicht. Dieser Mord war keine echte Herausforderung für mich. Ich spüre echte Lust, beim nächsten Mal das Anforderungsprofil an mich beträchtlich zu steigern.«

 

Beginnt Julius Le Bon eine Mordserie? Lesen Sie in einer Woche mehr.

 

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