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Gemeindeverwaltung Lindau

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Inhalt

Lindau-Krimi

Mörderkuss für Julius

Sind Sie Krimi-Liebhaberin oder Krimi-Liebhaber und wollten Sie schon immer einen Krimi lesen, in dem Sie alle Schauplätze kennen? Dann geht Ihr Wunsch jetzt in Erfüllung.

Autor Andreas Giger hat sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert, Krimis mit Lokalkolorit zu schreiben. Er erhält dazu Aufträge von Gemeinden, von Firmen oder von Tourismusregionen. Im Auftrag der Gemeinde Lindau schreibt nun Andreas Giger einen Krimi, der hauptsächlich in unserer Gemeinde spielt. Sie werden sicher viele Schauplätze wiedererkennen.

Der Krimi wird vorerst nur auf der Webseite der Gemeinde Lindau publiziert, jede Woche ein Kapitel. Besonders ist auch, dass Sie als Leserpublikum den Verlauf der Geschichte mitbestimmen können. Nach bestimmten Kapiteln können Sie jeweils über den weiteren Verlauf abstimmen. Der Autor schreibt entsprechend dem Resultat an die Geschichte weiter. Das jeweils aktuelle Kapitel wird als Text auf der Webseite publiziert. Die vorgängigen Kapitel werden als pdf-Datei aufgeschaltet. 

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
 

Aktuelles Kapitel

Was bisher geschah: Katrin Neuer und Oliver Vonlanthen, Amateurermittler und ein kompliziertes Liebespaar, stossen bei einem Rundgang durch die Sargfabrik Fritz Traber AG auf eine Leiche in einem offenen Sarg.

Folge 3: Wiedersehen mit der Polizei

        Mit der ihm in seinen langen Jahren als Bestatter zu eigen gewordenen Ruhe rief Fritz Traber den zuständigen Posten der Kantonspolizei in Effretikon an: »Ich habe einen AGT zu melden. Hier liegt eine Leiche im Sarg.«

     »Aber hören Sie mal«, lautete die Antwort, »da gehört sie doch hin!«

     »Normalerweise schon, ich bin schliesslich Bestattungsunternehmer. Aber diese Leiche habe ich noch nie gesehen, und jetzt liegt sie in einem Sarg in unseren Ausstellungsräumen. Und es besteht der Verdacht auf Fremdeinwirkung.«

     »Gut. Fassen Sie nichts an, wir sind in spätestens zwanzig Minuten bei Ihnen.«

     Die Wartezeit nutzten Katrin und Oliver dazu, eine Beruhigungszigarette zu rauchen. Sie gingen zu diesem Zweck die paar Schritte um das Gemeindehaus herum bis zum Bushäuschen, wo sie sich auf die Bank setzen konnten. Beiden war der Schreck ob des unverhofften erneuten Leichenfunds ordentlich in die Glieder gefahren.

     Nachdem sie sich dank der frischen Luft und des zusätzlich inhalierten Rauchs wieder einigermassen beruhigt hatten, seufzte Katrin: »Das darf doch nicht wahr sein! Schon wieder stecken wir in einem Kriminalfall. Dabei wollte ich doch nur ein paar ruhige Tage mit dir verbringen und dir ein bisschen die Gegend zeigen. Zum Beispiel die Kirche da oben, mit ihrem markanten Turm.«

 

V?gel

 

     »Das können wir ja nachholen«, tröstete Oliver. »Die Kirche rennt uns nicht davon. Aber vielleicht hätten wir sie besser schon früher aus dieser Perspektive betrachtet. Vielleicht hätte uns dieser grosse schwarze Vogel eine Vorahnung beschert.«

     »Du meinst, das sei ein Todesvogel?«, fragte Katrin. »Ich wusste gar nicht, dass du zu solchem Aberglauben neigst. Wir sollten uns eher überlegen, warum ausgerechnet wir immer wieder in Kriminalfälle stolpern. Aber das müssen wir verschieben, da kommt offenbar schon die Polizei.«

     Als sie wieder vor der Sargfabrik angelangt waren, kam dort gerade das letzte Fahrzeug des Polizeikonvois an. Ihm entstieg zur grossen Verblüffung der beiden Polizeikommissarin Ursula Müller.

     Das Erstaunen war beidseitig: »Katrin! Oliver!«, rief die Polizistin aus. »Was um Himmels willen macht ihr denn hier?«

     »Das könnten wir dich auch fragen«, gab Katrin zurück.

     »Bei mir ist es einfach. Ich arbeite seit einigen Monaten auf dem Posten in Effretikon und bin deshalb auch für Lindau zuständig. Das hat sich einfach so ergeben. Es wurde ein Job frei, und ich hatte Lust auf eine Veränderung. Aber wie kommt ihr hierher?«

     Katrin erzählte in Kürze von ihrem Auftrag und wie sie im Gefolge von Fritz Traber die Leiche im Sarg entdeckt hatten, die dort eindeutig nicht hingehörte.

     »Davon müsst ihr mir später mehr erzählen«, sagte Ursula Müller. »Aber jetzt muss ich erst einmal zum Tatort. Oder jedenfalls zum Fundort. Wollt ihr mitkommen?«

     Beide lehnten dankend ab. Sie hatten im Moment genug von Leichen und Särgen und fürchteten zudem, die Spezialisten der Polizei bei der Arbeit zu stören, wenn sie nutzlos am Fundort herum stünden. Ursula Müller hatte Verständnis und bat sie, stattdessen draussen zu warten. Sie wolle noch ihre Zeugenaussagen aufnehmen und wüsste dann vielleicht schon mehr.

     Katrin und Oliver nutzten die Zeit für eine weitere Beruhigungszigarette und warteten auf die Rückkehr von Ursula, die sie seit dem gemeinsamen Fall in Rümlang duzten. Die Nachricht vom grossen Polizeiaufgebot vor der Sargfabrik hatte sich rasch herumgesprochen. Schon kamen neugierige Dorfbewohner und fragten Katrin und Oliver, was da denn los sei. Diese taten so, als ob sie nichts wüssten und verwiesen für Auskünfte auf die Polizei, die aber die Neugierigen wegscheuchte.

      Nach zwanzig Minuten kehrte Ursula Müller wie versprochen zurück. Die Zeugenaussage war schnell erledigt, die beiden hatten vor dem Leichenfund nichts Auffälliges wahrgenommen. Dann meinte Ursula: »Ihr sehr ziemlich erfroren aus. Lasst uns doch ins „Rössli“ rüber gehen und dort einen wärmenden Kaffee trinken. Dort kann ich euch mehr erzählen.«

     Nachdem die Tassen vor ihnen dampften, nahm sie den Faden wieder auf: »Ihr zwei habt uns von der Polizei ja damals in Rümlang wertvolle Hinweise geliefert. Ich schlage vor, wir machen das mit unserer Zusammenarbeit auch hier so. Ihr hört euch um und berichtet mir, wenn ihr etwas Sachdienliches erfahren habt, und ich halte euch im Gegenzug grob über unsere Ermittlungen auf dem Laufenden. Einverstanden?«

     Katrin und Oliver sahen sich fragend an und nickten dann in stummem Einverständnis. Ursula berichtete: »Also. Bei der Leiche handelt es sich um eine ungefähr dreissigjährige Frau. Identität bisher unbekannt, sie hat weder Papiere noch ein Handy bei sich. Wir haben ihr gleich mal die Fingerabdrücke genommen und jagen diese jetzt durch unsere Computer. Die Todesursache ist noch unklar, aber es besteht ein starker Verdacht auf eine Vergiftung. Wenn sie umgebracht wurde, dann sicher nicht hier. Sie muss schon tot gewesen sein, als sie in den Sarg im Ausstellungsraum gelegt wurde. Wie der Täter oder die Täterin in diese Räume gelangen konnte, ist noch unklar. Es gibt keine offensichtlichen Einbruchsspuren. Wir vermuten, dass der Täter einen Nachschlüssel hatte oder ein geschickter Schlossknacker ist.«

     »Jetzt hast du klar von einem Täter gesprochen«, stellte Oliver fest. »Ihr geht also von einem Mann aus?«

     »Na ja«, gab die Kommissarin zurück, »der Täter muss die Leiche ja etliche Treppenstufen hochgetragen haben. Das Opfer ist zwar klein und zierlich, aber das muss doch einen ziemlichen Kraftaufwand erfordert haben. Deshalb tippen wir im Moment eher auf einen Mann.«

     »Ich fürchte, dann können wir derzeit nicht viel helfen«, kommentierte Katrin. »Die ganze Kriminaltechnik ist euer Ding, unsere Stärke liegt eher bei der Suche nach möglichen Motiven. Das dürfte wenig bringen, so lange nicht einmal bekannt ist, wer das Opfer war.«

     In diesem Moment klingelte Ursulas Handy. Sie lauschte und berichtete dann: »Doch, die Identität haben wir jetzt. Die Tote heisst Simone Wassermann. Es handelt sich bei ihr um eine Prostituierte der gehobenen Preisklasse, die ihre Freier in einem schicken Appartement in Effretikon empfangen hat.«

     »Und wieso war die bei euch registriert?«, wollte Oliver wissen.

     »Sie wurde vor einiger Zeit mal von einem Freier des Diebstahls bezichtigt. Der Vorwurf hat sich später als haltlos herausgestellt, doch da hatten wir sie schon erkennungsdienstlich behandelt gehabt. Deshalb waren ihre Fingerabrücke in unserer Datei.«

Wer hat Simone Wassermann warum umgebracht? Und was können Katrin und Oliver zur Aufklärung des Falls beitragen? Lesen Sie die Antworten in der nächsten Folge, die in einer Woche wieder hier erscheint.

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