Um möglichst schnell mit dem Bau eines Glasfasernetzes zu beginnen, sind im Moment keine Kooperationen mit anderen Gemeinden geplant. Ausserdem sind die infrastrukturellen Voraussetzungen in den einzelnen Gemeinden sehr verschieden. Die Lage wird aber laufend neu beurteilt und eine spätere Zusammenarbeit mit einer anderen Gemeinde ist nicht ausgeschlossen.
Studien haben gezeigt, dass von einem Glasfaserkabel keine gefährliche Strahlung ausgeht, da das Trägermedium reines Licht ist. Außerdem ist das Kabel vor Blitzeinschlägen geschützt und bietet sogar mehr Sicherheit als ein Kupferkabel. Da durch das Glasfasernetz auch mehr Zugänge für Wi-Fi und Mobilkommunikation ermöglicht werden, sind in der Zukunft auch weniger Mobilfunk-Antennen auf dem Gemeindegebiet nötig.
Am 11. März 2007 haben die Stimmbürger der Stadt Zürich dem Aufbau und Betrieb eines Glasfasernetzes mit einer Mehrheit von fast 65% zugestimmt. Zwei Jahre später haben die Stimmbürger der Stadt Sankt Gallen mit über 82% dieses Volksvotum noch übertroffen. Heute befinden sich fast alle grösseren Städte und viele Gemeinden in der Planungs- oder Realisierungsphase für ein Glasfasernetz.
Mit dem Bau eines fortschrittlichen Glasfasernetzes wird der Wirtschaftsstandort der Gemeinde Lindau gestärkt und damit die Standortattraktivität, unter anderem für Neuzuzüger, erhöht. Ausserdem setzt die Gemeinde ein klares Zeichen gegenüber anderen Netzbetreibern und sichert sich so eine ausgezeichnete Position für zukünftige Verhandlungen.Bereits laufende Projekte in anderen Städten zeigen zudem, dass eine offene Plattform den Wettbewerb fördert und somit Angebote zu tieferen Preisen oder mehr Leistung zum gleichen Preisbewirkt.Die hohen Bandbreitenkapazitäten, welche diese Glasfasernetze auszeichnen,ermöglichen zudem die Nutzung von bestehenden und neuen Multimediadiensten in noch nie dagewesenen Dimensionen.
Ein solches Netz besteht aus Leitungen aus hochtransparenten Glasfasern (meist Siliciumdioxid). Damit können Signale mit Lichtimpulsen - also quasi mit Lichtgeschwindigkeit - übertragen werden, was einen ganz massiv höheren Datendurchsatz ermöglicht.
Als Fibre to the Building (FTTB) bezeichnet man die Erschliessung einer Liegenschaft mit Glasfasern (Lichtwellenleiter). Die Terminierung der Glasfasern ist in einem Anschlusskasten, welcher sich meistens im Erdgeschoss oder im Keller befindet. Für die Fortführung des Netzes bis in die Wohnungen oder in die Geschäftsräume gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Glasfasern könnendurch die Hauseigentümerweiter bis in die Wohnungen verlegt werden. Bei Neubauten zeichnet sich zudem eine direkte Ausführung der hausinternen Verkabelungmit Glasfasern ab. Eine weitere Möglichkeit ist, die Verbindungvom Anschlusskasten bis in die Wohnungen, beziehungsweise in die Geschäftsräume, über die bestehende Hausinstallation (Kupfer- Koaxialverkabelung) auszuführen. Die Feinverteilung innerhalb der Wohnung ist nicht Teil von FTTB. Hier spricht man von einer Wohnungs- oder Geschäftsverkabelung, welche immer Sache des Eigentümers oder Mieters ist.
Als Fiber to the Home (FTTH) bezeichnet man die Erschliessung einer Wohnung, beziehungsweise eines Geschäftsraums, mit einer Glasfaser (Lichtwellenleiter). Die Glasfaser wird bis in die Wohnungen, beziehungsweise in die Geschäftsräume, der Endkunden geführt. Die Terminierung der Glasfasern erfolgt auf einer Glasfasersteckdose. Durch diese durchgehende Glasverbindung lassen sich höchste Übertragungsraten erreichen. Die Feinverteilung innerhalb der Wohnung, beziehungsweise der Geschäftsräume,ist nicht Teil von FTTH. Hier spricht man von einer Wohnungs- oder Geschäftsverkabelung, welche immer Sache des Eigentümers oder Mieters ist.
Dank unserem gemeindeeigenen EW (Elektrizitätswerk) verfolgen wir seit längerer Zeit die Entwicklung im Bereich der Datenübermittlung. Inzwischen ist absehbar, dass die bestehende Infrastruktur (etwa die Kupferkabel der Swisscom) für künftige Anwendungen und Anforderungen nicht mehr genügen wird. In grossen Städten wird auch schon an einem neuen Glasfasernetz gebaut. Abklärungen haben ergeben, dass die Gemeinde Lindau mit ihrer dezentralen Siedlungsstruktur und der vergleichsweise wenig dichten Bebauung noch jahre- resp. jahrzehntelang auf eine Erschliessung durch Dritte warten müsste. Zur Erhaltung der Standortattraktivität haben sich die EW-Kommission und der Gemeinderat deshalb den Bau eines Netzes zum Ziel genommen.
Die Bandbreitenbedürfnisse der Endkunden wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Durch das Glasfasernetz werden in Zukunft Services schnell und für jeden nutzbar zur Verfügung stehen. Davon profitieren die Endkunden aber vor allem auch KMU’s, welche von innovativen und kostengünstigen Lösungen profitieren können. Für den Dienstleistungssektor, der in der Gemeinde einen immer grösseren Stellenwert einnimmt, sind solche Informationstechnologien unverzichtbar. Ausserdem zeigen Vergleiche mit anderen FTTH-Projekten, dass ein solches Vorhaben Folgeinvestitionen auslöst, welche wieder der Gemeinde zu gute kommen.
Im Vergleich mit den heute bestehenden Infrastrukturen sind Glasfasernetze extrem leistungsfähig. Mit diesem schnellen Netz werden auch die höchsten Ansprüche nach Übertragungsgeschwindigkeiten erfüllt. Die Fasern sind so leistungsfähig, dass auch der zukünftige Bedarf an Geschwindigkeit und Datenmenge für die nächsten Jahre abgedeckt ist. Ausserdem gibt es heute keine vergleichbaren Technologien (Richtfunk), welche dieses Leistungspotential aufweisen.
In privaten Haushalten aber auch bei Geschäftskunden (KMU) steigt die Datenmenge, welche übertragen werden muss,exponentiell. Der Treiber hinter dieser Entwicklung liegt hauptsächlich in neuen Anwendungen wie HDTV, Video on Demand oder Cloud Computing.Die heutigen Kupferinfrastrukturen halten diesen Anforderungen nicht mehr stand und auch die Koaxialinfrastrukturen stossen zunehmend an ihre Grenzen. Die Glasfaserschliessung der Gemeinde Lindau ist eine Notwendigkeit, unabhängig davon, wer die Infrastruktur baut. Nur mit der Glasfasertechnologie kann der Bedarf an sogenannter Bandbreite, für die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der Informationsgesellschaft, gedeckt werden. Mit dem Bau eines Glasfasernetzes wird der Wettbewerbsstandort der Gemeinde Lindau erhöht. |